Poker-Regeln: Texas Hold'em einfach erklärt
Stand:
Auf dieser Seite: 9 Abschnitte
Bei Texas Hold'em bekommt jeder Spieler zwei verdeckte Karten, in die Mitte kommen nach und nach fünf offene Karten für alle. Wer am Ende aus seinen sieben Karten die besten fünf hat, gewinnt den Pot, also alle Chips, die in dieser Hand gesetzt wurden. Du gewinnst auch, wenn alle anderen vorher aussteigen.
Eine Hand hat vier Setzrunden: vor dem Flop (Preflop), nach dem Flop, nach dem Turn und nach dem River. In jeder Runde kannst du schieben, setzen, mitgehen, erhöhen oder aussteigen. Welches Blatt welches schlägt, steht auf der Seite Pokerblätter.
So läuft eine Hand
-
SBBB
1 Blinds
Die zwei Spieler links vom Dealer setzen Small Blind und Big Blind, bevor Karten kommen.
-
2 Preflop
Jeder bekommt zwei verdeckte Karten. Erste Setzrunde, links vom Big Blind geht es los.
-
3 Flop
Drei Karten offen in die Mitte. Zweite Setzrunde, ab jetzt beginnt links vom Dealer.
-
4 Turn
Die vierte offene Karte. Dritte Setzrunde.
-
5 River
Die fünfte und letzte offene Karte. Vierte Setzrunde.
-
gegen
6 Showdown
Wer noch dabei ist, zeigt. Die besten fünf aus sieben Karten gewinnen den Pot.
Vor dem Flop, dem Turn und dem River legt der Dealer im Casino jeweils eine Karte verdeckt weg, die Brennkarte. So kann niemand die nächste Karte von hinten erkennen. Am Küchentisch macht ihr das am besten genauso.
Dealer-Button und Blinds
Der Dealer-Button ist eine Scheibe, die zeigt, wer in dieser Hand Dealer ist. Er wandert nach jeder Hand einen Platz nach links. Am Küchentisch teilt meist der Spieler mit dem Button auch die Karten aus.
Die Blinds sind Pflichteinsätze, damit in jeder Hand etwas im Pot liegt:
- Der Spieler direkt links vom Button setzt den Small Blind, meist den halben Big Blind.
- Der Spieler links daneben setzt den Big Blind. Bei Blinds von 10 und 20 sind das 20 Chips.
Zu zweit (Heads-up) gilt eine Ausnahme: Der Spieler mit dem Button setzt den Small Blind, der andere den Big Blind. Vor dem Flop spricht der Button zuerst, ab dem Flop zuletzt.
In Turnieren steigen die Blinds nach festen Zeiten, damit das Spiel ein Ende findet. Manche Runden spielen zusätzlich mit einer Ante, einem kleinen Einsatz, den jeder Spieler vor der Hand bringt.
Die vier Setzrunden
Wer an der Reihe ist, hat diese Möglichkeiten:
- Check (schieben): nichts setzen. Geht nur, wenn in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
- Bet (setzen): als Erster in der Runde Chips setzen.
- Call (mitgehen): so viel setzen, wie der letzte Spieler gesetzt hat.
- Raise (erhöhen): mehr setzen als der letzte Spieler.
- Fold (aussteigen): Karten abgeben. Du verlierst, was du in dieser Hand schon gesetzt hast, und musst nichts mehr zahlen.
Eine Setzrunde endet, wenn alle, die noch dabei sind, gleich viel gesetzt haben.
Preflop beginnt der Spieler links vom Big Blind. Der Big Blind spricht zuletzt. Hat niemand erhöht, darf er schieben oder selbst erhöhen. Ab dem Flop beginnt der erste Spieler links vom Button, der noch dabei ist.
Wie viel du erhöhen musst: Eine Erhöhung muss mindestens so groß sein wie der größte Einsatz oder die größte Erhöhung davor in dieser Runde. Bei Blinds von 10 und 20 erhöht jemand auf 60, also um 40. Wer danach erhöhen will, muss auf mindestens 100 gehen.
No-Limit heißt: Nach oben gibt es keine Grenze, du darfst jederzeit alle deine Chips setzen. So spielen die meisten Hausrunden Texas Hold'em. Bei Limit sind die Einsätze fest vorgegeben, bei Pot-Limit darfst du höchstens so viel setzen, wie im Pot liegt.
Showdown: Wer gewinnt?
Sind nach dem River noch zwei oder mehr Spieler dabei, kommt der Showdown: Die Karten werden aufgedeckt. Jeder bildet aus seinen zwei Karten und den fünf Karten in der Mitte das beste Blatt aus fünf Karten. Du darfst beide eigenen Karten nehmen, nur eine oder keine.
Zuerst zeigt, wer in der letzten Setzrunde zuletzt gesetzt oder erhöht hat. Hat am River niemand gesetzt, zeigt zuerst der Spieler links vom Button. Es gilt: Die Karten sprechen. Was jemand ansagt, zählt nicht, nur was offen auf dem Tisch liegt.
Welches Blatt gewinnt, regelt die Rangfolge der Pokerblätter, vom Royal Flush bis zur höchsten Karte.
Der Kicker
Haben zwei Spieler dasselbe Blatt, entscheidet der Kicker: die höchste Karte, die nicht zum Blatt selbst gehört.
Beispiel: In der Mitte liegen König, Acht, Fünf, Drei, Zwei. Du hast Ass-König, dein Gegner König-Dame. Beide habt ihr ein Paar Könige. Deine weiteren Karten sind Ass, Acht, Fünf, seine Dame, Acht, Fünf. Dein Ass ist der höhere Kicker, du gewinnst.
Der Kicker zählt nur, wenn er unter deinen besten fünf Karten ist. Liegen in der Mitte Ass, König, Acht, Acht, Drei, und du hast Dame-Zwei, dein Gegner Bube-Vier, dann gewinnst du mit der Dame: Ass, König, Acht, Acht, Dame schlägt Ass, König, Acht, Acht, Bube. Deine Zwei und seine Vier spielen keine Rolle. Mehr Fälle stehen bei den Sonderfällen der Pokerblätter.
Split Pot
Haben zwei oder mehr Spieler am Showdown genau gleich starke fünf Karten, wird der Pot geteilt. Das heißt Split Pot. Die Farben haben bei Texas Hold'em keinen Rang, ein Flush in Herz ist also nicht besser als einer in Pik.
Lässt sich der Pot nicht glatt teilen, wechselt man die Chips in den kleinsten Wert. Bleibt ein Chip übrig, bekommt ihn nach den Turnierregeln der TDA der erste Gewinner links vom Button.
All-in und Side Pot
All-in heißt: Du setzt alle deine Chips. Danach kannst du in dieser Hand nichts mehr setzen, bleibst aber bis zum Showdown dabei. Niemand kann dich aus der Hand drängen, nur weil du keine Chips mehr hast.
Du kannst von jedem Gegner höchstens so viel gewinnen, wie du selbst eingesetzt hast. Was andere darüber hinaus setzen, kommt in einen Side Pot, einen Nebentopf, um den nur sie spielen.
Beispiel mit drei Spielern, alle gehen all-in:
| Spieler | Chips | Hauptpot | Side Pot |
|---|---|---|---|
| Anna | 100 | 100 | |
| Ben | 300 | 100 | 200 |
| Cem | 300 | 100 | 200 |
| Summe | 300 | 400 |
Um den Hauptpot von 300 spielen alle drei. Um den Side Pot von 400 spielen nur Ben und Cem. Hat Anna das beste Blatt, gewinnt sie die 300. Den Side Pot bekommt dann der Bessere von Ben und Cem. Jeder Pot wird für sich ausgewertet und für sich geteilt.
Sobald ein Spieler all-in ist und niemand mehr setzen kann, werden nach den Turnierregeln alle Karten offen gelegt, bevor die restlichen Karten in die Mitte kommen.
Fünf Anfängerfehler
- Aus der Reihe handeln. Wer vor seinem Zug aussteigt, mitgeht oder erhöht, bringt die Runde durcheinander. Nach den TDA-Regeln geht die Aktion zurück zum richtigen Spieler. Ein Fold außer der Reihe gilt trotzdem.
- Chips nachschieben. Erst einen Stapel in die Mitte legen und dann noch einmal nachlegen, um zu erhöhen, ist nicht erlaubt. Sag die Summe an oder schieb alles in einer Bewegung rein. Wer „Call“ sagt, ist mitgegangen und kann nicht mehr erhöhen.
- Die Straße um die Ecke. Das Ass ist hoch oder niedrig, aber nicht beides. Ass, Zwei, Drei, Vier, Fünf ist eine Straße, Dame, König, Ass, Zwei, Drei nicht.
- Den Kicker falsch zählen. Es zählen immer nur die besten fünf Karten. Ist dein Kicker nicht darunter, hilft er dir nicht. Liegt das beste Blatt komplett in der Mitte, teilen sich alle den Pot.
- Die Gewinnerhand wegwerfen. Leg deine Karten am Showdown offen hin, statt nur anzusagen, was du hast. Nur offene Karten zählen. Wer seine Karten verdeckt abwirft, hat aufgegeben, auch wenn er das bessere Blatt hatte.
Omaha in Kürze
Omaha läuft fast wie Texas Hold'em: Blinds, vier Setzrunden, fünf offene Karten in der Mitte. Zwei Dinge sind anders:
- Jeder bekommt vier verdeckte Karten statt zwei.
- Du musst genau zwei deiner eigenen Karten und genau drei aus der Mitte nehmen. Nicht mehr, nicht weniger.
Daran scheitern Umsteiger am häufigsten. Hast du vier Herz auf der Hand und liegt nur ein Herz in der Mitte, hast du keinen Flush. Dafür brauchst du drei Herz in der Mitte. Omaha wird meist als Pot-Limit gespielt (PLO), du darfst also höchstens so viel setzen, wie im Pot liegt. Die Rangfolge der Blätter ist dieselbe wie bei Hold'em.
Zurück zur Startseite oder weiter zu den Pokerblättern.
Häufige Fragen
Wie viele Karten bekommt man bei Texas Hold'em?
Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten. Dazu kommen fünf offene Karten in der Mitte, die allen gehören. Aus diesen sieben Karten bildest du dein bestes Blatt aus fünf Karten.
Was ist höher, Flush oder Straße?
Der Flush. Fünf Karten in derselben Farbe schlagen fünf Karten in Reihe. Die ganze Reihenfolge steht auf der Seite Pokerblätter.
Kann man nur mit den Karten in der Mitte gewinnen?
Ja. Wenn die fünf offenen Karten dein bestes Blatt sind, spielst du das Board. Dann hat aber jeder andere Spieler am Showdown mindestens dasselbe Blatt, und der Pot wird geteilt, wenn keiner etwas Besseres hat.
Wie viele Spieler braucht man für Texas Hold'em?
Zwei reichen. Üblich sind zwei bis zehn Spieler an einem Tisch. Zu zweit gilt eine Sonderregel: Der Dealer setzt den Small Blind und spricht vor dem Flop zuerst.